Exkursion zum KZ-Neuengamme 2011 - 2012 


Besuch in der Außenstelle des KZ Neuengamme

Im Rahmen des Religionsunterrichtes unternahm der Lehrer Herr Bluhm mit 16 Schülerinnen und Schülern des 9. Jahrgangs eine Exkursion zur Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme (Hamburg). Die Schülerin Alina Wolf berichtet, was sie dort erfahren hat:
Am 20. April 1945 mussten 20 jüdische Kinder, im Alter von 5-12 Jahren im Außenlager von Neuengamme sterben. Sie dienten dem Arzt Dr. Kurt Heißmeyer als Opfer medizinischer Versuche. Er infizierte alle Kinder mit Tuberkulose (Lungenkrankheit) und ließ für die Versuche bei den Kindern die Lymphdrüsen unter den Armen herausoperieren.
Der Aufenthalt der Kinder musste streng geheim gehalten werden, denn es war selbst während der Nazizeit verboten an Kindern zu experimentieren.
Jüdische Gefangene haben energiereiches Essen gebracht, damit die Kinder nicht zu schnell verstarben. Ein SS-Mann begleitete die Gefangenen, weil die Gefahr zu groß war, dass die Gefangenen etwas davon verspeisen würden. Jedes Mal, wenn Essen gebracht wurde, gaben die Pfleger den Gefangenen ein paar Kurzinformationen über die Kinder, z.B. den Namen. So konnten die medizinischen Versuche doch noch aufgedeckt werden.
Kurz vor Kriegsende sollten die Kinder getötet werden, denn sie waren Zeugen der medizinischen Versuche. Heißmeyer ließ sie, die Pfleger und auch 24 Kriegsgefangene im Luftschutzkeller der Schule am Bullenhuser Damm erhängen. -
Das Leben in Hamburg ging auch nach dem Krieg weiter, als wäre der Kindermord nicht gewesen. Die Schule wurde wieder in Betrieb genommen, die toten Kinder waren im Unterricht kein Thema.
Erst im Jahr 1979 wurde im „ Stern“ von Günther Schwarber eine Serie von „Der SS- Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm“ veröffentlicht. Angehörige und Bewohner der Stadt kamen, um an dieser Stelle den Kindern zu gedenken. In dem Gebäude wurde eine Gedenkstelle errichtet.
Vor der Schule wurde ein „Rosengarten“ angelegt, in dem Besucher zum Andenken an die Kinder eine Rose einpflanzen können.

  

Maschmann (Februar 2012)